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Erfahrungsbericht Etrax


Erfahrungsbericht Etrax

GPS-Geräte gibt es viele. Gute wie schlechte. Und auch Erfahrungsberichte von PsionUsern finden sich im Netz darüber. (siehe auch Linkliste am Ende dieses Berichts)

Das neue Garmin Etrax ist somit nur eines von vielen. Aber was für eines.

Die Firma abyte (https://www.abyte.de/) war so freundlich, mir ein Testgerät zur Verfügung zu stellen.

Das eTrax kommt in einem sportlichen gelben Gehäuse daher, was es schon optisch von den früheren Garmins unterscheidet. Das Display ist groß und übersichtlich und die Tasten sind nicht mehr auf dem Gehäuse um das Display herum gruppiert, sondern befinden sich rechts und links des Gehäuses.

Wie gewohnt, habe ich mich völlig unbedarft und ohne Kenntnis der Gebrauchsanweisung dem Gerät genähert. Learning by doing – oder besser – später im Einsatz habe ich auch keine Anleitung dabei und wenn ich es jetzt nicht lerne, kann ich in der „Wildnis“ bestimmt auch nicht mit dem Gerät umgehen.

Aus meinen letztjährigen Erfahrungen mit einem GPS-Empfänger weiß ich, daß man ein GPS am besten erstmals unter freiem Himmel anschaltet, das Gerät liegen lässt, nicht damit herum spielt und zusieht, wie es sich selbst justiert.

So geschehen, mit mäßigen Erfolg an einem alten GPS.

Tja, und das neue eTrax? Nun, eingeschaltet, ca. drei Minuten gewartet – und alles war voreingestellt. Die erste Überraschung. Es geht. Satelliten gefunden, Uhr gestellt, Position erkannt. Fertig. Erinnert mich an Boris... Drin... (Später geht das Initialisieren dann noch viel schneller; nach wenigen Sekunden kann es losgehen)

Was kann ich jetzt mit dem Gerät anstellen? Also einen Spaziergang um die Häuserzeile gemacht. Schon nach wenigen Metern zeigen sich Geschwindigkeit und Richtung auf dem Display. In der rechten Hand gehalten, liegt der Daumen am Auswahlknopf und man kann schnell zwischen den einzelnen Anzeigen durchschalten, wobei es mich stört, nicht wieder in das vorhergehende Menü springen zu können.

Mit dem Zeige- und Mittelfinger können die Auswahltasten bedient werden und überhaupt fällt mir zu diesem Zeitpunkt erst auf, wie klein das eTrax ist. Wer ein S25-Handy hat und es in die Hand nimmt, hat eine Vorstellung davon. Nur ist das eTrax um ca 50% dicker.

Aber zurück zum ersten Test.

Auf dem Display erscheint mittlerweile die Wegstrecke als Linie und ich setze an einer Kreuzung den ersten Markierungs- Wegpunkt. An dieser Stelle fällt mir auf, daß sämtliche Angaben auf dem Display in Englisch sind. Auch die Distanzen werden in Meilen dargestellt. Schon verfluche ich, kein Handbuch dabei zu haben, doch auch das mäßigste Englisch reicht völlig für die durchdachten Menüpunkte. Nach einigen „Waypoints“ habe ich auf einer Parkbank auch die Einstellungen entdeckt und zumindest die Meilen gegen Meter getauscht. Die englischen Anweisungen lassen sich jedoch nicht ändern, das Gerät wird (derzeit) nur mit englischen Menütext ausgeliefert – kein Beinbruch, sind die Texte doch meist selbsterklärend.

Zurückgekehrt zeigt das Display des eTrax meinen Weg exakt an, auch die Entfernung, Höchst- und Durchschnittsgeschwindigkeit sind einfach abzulesen.

Jetzt kommt der eigentliche Test: Wie gut arbeitet das Gerät mit dem Psion zusammen?

Ausgestattet mit Route und Streetplanner begebe ich mich ins Auto; eine selbstgebastelte Halterung für den Psion reicht fürs erste, das eTrax lege ich auf das Armaturenbrett. Befestigt mit einem Klettverschluss /Klebestreifen übersteht es da auch Bremsversuche sicher.

Der Routeplanner gibt als Austauschprotokoll NMEA vor. Dies auch am GPS eingestellt ermöglicht sofort den Austausch zwischen GPS und Psion. Keinerlei Fehlermeldungen, sofort erscheint der aktuelle Standort auf der Karte am Psion.

Beeindruckt schalte ich zum Streetplanner um, und auch hier – sofortiger Kontakt.

Zwar besitzt das eTrax auch eine Navigationsskala, doch ist die Kompassnadel am Psion-Routeplanner besser zu erkennen und beim Fahren ist der Psion besser im Blickfeld, wodurch ich es schon nach kurzer Zeit lasse, am GPS zu hantieren, was sich bei Tempo 130 auf der Autobahn eh völlig ausschließen sollte.

Hier kommt erstmals die Frage auf, ob ein Psionist überhaupt ein GPS mit Display benötigt. Die GPS-Maus reicht doch im Auto völlig aus.

Das eTrax zeichnet sich durch seine geringe Größe und Robustheit aber noch durch eine weitere Stärke aus: Spritzwassergeschützt.

Wer nun annimmt, ich wollte Segeln gehen, der irrt.

Nein, so klein, wie das eTrax ist, nehme ich es zum joggen mit. Schon immer wollte ich wissen, ob meine Runde wirklich die erwarteten 12 km sind.

Schweißnass und 50 Minuten später bin ich wieder über das eTrax erstaunt. Weder die Nässe, noch die Stöße habe zu Fehlfunktionen geführt, auch im Wald funktionierte es und ich konnte durch die sinnvolle (zumindest für Rechtshänder) Tastaturanordnung unterwegs „Waypoints“ erfassen.

Was mich hingegen so entsetzt hat, daß ich erst mal Tage lang nicht mehr laufen wollte, war die Tatsache, daß meine angeblichen 12 km in Wirklichkeit nur 10,2 km waren!

Nun kann ich nie mehr auf die Frage: „Na wie weit läufst Du denn so“ großkotzig „..so 12 Kilometer“ antworten. Also, wer sich seine Illusionen erhalten möchte, sollte es tunlichst vermeiden mit dem eTrax unterwegs zu sein.

Fazit:

Klein, robust, gute Handhabbarkeit, hohe Batterielaufzeit sprechen für das eTrax. Spritzwassergeschützes Gehäuse und großes Display helfen im Outdooreinsatz ebenso, wie sinnvolle Menüstrukturen.

Wenn es jetzt noch ein Touchscreendisplay hatte, wäre ich restlos zufrieden.

Wer nicht nur im Auto ein Navigationsgerät für den Route oder Streetplanner braucht, der findet im eTrax einen guten Freund.

Wir danken der Firma Abyte für die freundliche Leihgabe.

Jürgen Rode
03. Juli 2000