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Vergleich Sharp Zaurus C760 - Psion

    Vergleich Sharp Zaurus C760 - Psion - Teil 1
Lutz Wohlfarth, 14.03.2005


Der Sharp Zaurus C760 – wie schlägt er sich im Vergleich zu einem Psion?

Wie alle PDA-Benutzer wissen, ist im Markt für tastaturbasierte Organizer wenig Bewegung. Die PDAs von Psion waren einmal das Beste was man in dieser Geräteklasse bekommen konnte und viele der nunmehr schon alten Psions Serie 5 und Serie 7 / netBook sind noch immer im harten Alltagseinsatz. Jeder Benutzer eines Psions stellt sich wohl die Frage, gibt es ein Organizer mit Tastatur, der dem Funktionsumfang und der Qualität der Programme des Psions ebenbürtig ist und zusätzlich wieder an den technischen Fortschritt (USB, WLAN, Bluetouth) anschließen kann.

Ein Kandidat, der bereits länger auf dem Markt und trotz dem Rückzug des Herstellers aus den europäischen Geschäft bei spezialisierten Händlern erhältlich ist [1, 2], ist der Sharp Zaurus. Das Sharp diese Geräteklasse aber noch nicht gänzlich aufgegeben hat, sondern noch weiterentwickelt beweist der erst Ende 2004 auf den Markt gekommene SL-C3000 und der erst kürzlich angekündigte aber noch nicht erhältliche SL-C1000. Der Zaurus SL-C3000 bringt mit einer eingebauten 4GB großen Minifestplatte, über deren Sinnhaftigkeit man trefflich streiten kann, und einem host-fähigen USB-Anschuss ein paar grundlegende Änderungen gegenüber seinen Vorgängern mit. Direkter Vorgänger des SL-C3000 ist der SL-C860, der jedoch außer der äußeren Farbgebung und ein paar minimalen Veränderungen in der Software technisch mit dem älteren SL-C760 absolut identisch ist. Da ich vor gebrauchten Geräten nicht zurückschrecke und aus meiner Sicht der SL-C760 das beste Preis/Leistungsverhältnis versprach, habe ich mich für einen gebrauchten C760 entschieden, den ich Euch nun ein wenig vorstellen möchte.


Sharp Zaurus C760

Technik

 

netBook

Serie 5mx Pro

C760 / C860

Abmessungen:

235 x 182 x 37 mm

172 x 89 x 24 mm

120 x 83 x 23,2

Gewicht:

1.150 g

350 g

250 g

Display:

640 x 480, 256 Farben, 7.7"

640 x 240, 4/16 Graustufen

640 x 480, 65.536 Farben, 3.7"

Eingabe:

Tastatur, Touchscreen

Tastatur, Touchscreen

Tastatur, Touchscreen

Prozessor:

Intel StrongARM 1100, 192 MHz

Intel ARM 710T, 37 MHz

Intel XScale PXA255, 400MHz

interner Speicher:

RAM 32 (max 64 MB) – ca. 14 MB als ROM belegt

RAM 24 / 32 MB – ca. 10 MB als ROM belegt

RAM 64 MB

Flash 128 MB

Slots:

PCMCIA, CF II

CF I

CF II, SD/MMC

Schnittstellen:

RS232, IrDA

RS232, IrDA

IrDA, kombiniert RS232/USB (nicht Host fähig)

Betriebssystem:

EPOC Release 5

EPOC Release 5

Linux OpenPDA (Qtopia 1.5.4., Kernel 2.4.18

Spannungs-versorgung:

LiIon-Akku 1.500 mAh,

Lithium-Batterie 2032 als Backup

 

2 Mignon (AA),

Lithium-Batterie 2032 als Backup

LiIon-Akku 1.700 mAh

Audio:

Lautsprecher, Mikrofon integriert

Lautsprecher, Mikrofon integriert

Lautsprecher integriert, Anschluss für Stereo-Kopfhörer bzw. Headset (Mono-Kopfhörer + Mikrofon)

Der C760 ist in etwa so dick wie ein Serie5, jedoch durch die geringere Breite deutlich kompakter und dank des schwenkbaren Displays ist er nicht nur als Tastatur-Organizer zu benutzen, sondern  auch Platz sparend wie ein iPAQ. Die von außen erkennbare Verarbeitung ist gut. Wie haltbar allerdings das Displayschwenkscharnier ist und wie stabil die darin enthaltenen elektrische Verbindung von Sharp ausgelegt wurden, wird wohl, so wissen Psion-Nutzer genau, erst die Zukunft zeigen.


Größenvergleich netBook / C760 / Serie 5mxPro

Das Display mit seinen 640 x 480 Bildpunkten hat einen guten Kontrast, eine super Auflösung und ist meist gut zu lesen, mit einer Einschränkung, bei starker Sonneneinstrahlung. Da das Display des Zaurus stark spiegelt und ähnlich dem des netBooks nicht transreflektiv ist, muss man bei starker Sonneneinstrahlung auch beim Zaurus die Helligkeit der Hintergrundbeleuchtung schnell bis zum Anschlag ausreizen, kann dann aber im Gegensatz zum netBook auch bei Sonneneinstrahlung weiter arbeiten. Die Schriftgröße des 3,7“ großen Displays ist in den meisten Programmen so eingestellt, dass man ohne Lupe lesen kann – anderenfalls kann man sich auch die Schriftgröße den eigenen Bedürfnissen anpassen.

Die (Folien-)Tastatur des Zaurus sieht nicht viel versprechend aus, lässt sich aber erstaunlich gut bedienen und hat einen guten Druckpunkt. Für jemand, der wirklich mit 10 Fingern schreiben kann ist die Tastatur des Zaurus C760 vielleicht eine Nummer zu klein, aber für jemanden der nur mit max. 4 Fingern schreibt ist die Tastatur durchaus ausreichend, kommt aber nicht an die Tastatur eines Psion Serie5 oder eines netBooks heran. Das aus deutscher Sicht die Tasten “Y” und “Z” vertauscht sind und Umlaute nur mittels Fn-Taste erreichbar sind, ist Gewöhnungsbedürftig und hat mich nach wenigen Tagen nicht mehr gestört.

Zusammen mit dem Zaurus erhält man ein USB-Kabel mit speziellen Zaurus-Stecker. Dieses Kabel wird zur Verbindung des Zaurus mit einem PC zum Datenaustausch benötigt. Zum Anschluss des Zaurus an das hier übliche Stromnetz wird noch ein Netzteil mit einem Ausgang von 5V Gleichstrom benötigt. Das im Lieferumfang enthaltene japanische Netzteil hilft hier nicht weiter. Theoretisch erhält man zusätzlich noch ein japanisches Handbuch und eine japanische Original-CD, das jedoch beides bei mir nicht mehr vorhanden war. Der Nutzen für nicht Japaner scheint sowieso ziemlich gering zu sein. Eine funktionierende Version der USB-Treiber und einer englischen Version der IntelliSync-Software zum Datenabgleich mit Windows-PCs erhält man im Internet.

Zur Erweiterung der Funktionalität des Zaurus stehen ein MMC/SD-Card, der wegen fehlender Treiber eigentlich nur für Speicherkarten richtig nutzbar ist, und ein CF-II-Slot zur Verfügung. Dank des Steckplatzes im CF II-Format lässt sich der Zaurus nicht nur mit Speicherkarten sondern auch z.B. mit WLAN-, Ethernet-, Modem-, Bluetouth-, GPS- und VGA-Karte im CF-Format erweitern. Das ist auch bitter nötig, da der Zaurus von Hause aus nur eine IrDA- und eine kombinierte USB/RS232-Schnittstelle mitliefert. Der C860 kann so eingestellt werden, dass er über die kombinierte USB-Schnittstelle wie ein normaler USB-Massenspeicher angesprochen werden kann (der C760 bedarf dazu ein Softwarewechsel). Um auch andere USB-Geräte (z.B. USB-Stick, externe Festplatte) an den Zaurus anschließen zu können benötigt er eine host-fähige USB-Schnittstelle, die sich ebenfalls durch eine Erweiterungskarte im CF-Format nachrüsten lässt.

 
Erweiterungskarten im CF-Format (USB-Host, WLAN, Modem, Ethernet, VGA v.l.n.r)